Am 18. Juni 2026 haben wir mit unserer neuen Gesprächsreihe „Reden wir!“ einen ersten Versuch gewagt, Menschen mit sehr unterschiedlichen Sichtweisen an einen Tisch zu bringen. Das Thema lautete:

„Nutria in Hamburg – Problem oder Teil der Natur?“

Unsere Erwartungen wurden dabei deutlich übertroffen.

Zu Gast waren unter anderem Tierschützer, Tierärzte, Jäger, Landwirte sowie interessierte Bürger. Damit waren nahezu alle relevanten Interessengruppen vertreten, die sich mit dem Thema Nutria in Hamburg beschäftigen oder von den Auswirkungen betroffen sind.

Besonders erfreulich war die Gesprächsatmosphäre. Über einen Zeitraum von rund zwei Stunden wurde konzentriert, sachlich und respektvoll diskutiert. Trotz teilweiser unterschiedlicher Positionen war jederzeit erkennbar, dass alle Beteiligten ein gemeinsames Ziel verfolgen: Einen verantwortungsvollen Umgang mit einer Situation zu finden, die zunehmend Auswirkungen auf Mensch, Natur und Landwirtschaft hat.

Im Verlauf des Abends wurde deutlich, dass die Nutria-Population in Hamburg inzwischen von vielen Beteiligten als Herausforderung wahrgenommen wird. Insbesondere wurden Schäden an Böschungen und Gewässeranlagen sowie erhebliche wirtschaftliche Schäden in der Landwirtschaft angesprochen. Landwirte berichteten von konkreten Ertragseinbußen und zusätzlichen Belastungen durch die zunehmenden Bestände.

Bei den Lösungsansätzen wurden unterschiedliche Sichtweisen vertreten. Während seitens des Tierschutzes unter anderem die Prüfung von Sterilisationsmaßnahmen vorgeschlagen wurde, sprachen sich Jäger für erweiterte Möglichkeiten der Bestandsregulierung sowie praktikablere rechtliche Rahmenbedingungen aus.

Interessant war jedoch, dass in einem wesentlichen Punkt weitgehend Einigkeit bestand:

Das Füttern von Nutrias verschärft das Problem.

Vielen Menschen ist nicht bewusst, dass das Füttern von Nutrias bereits heute verboten ist. Entsprechende Verbotsschilder finden sich an zahlreichen Gewässern und Grünanlagen. Dennoch werden die Tiere regelmäßig gefüttert – häufig aus Mitgefühl oder Unwissenheit.

Die Teilnehmer waren sich weitgehend einig, dass dies weder den Tieren noch der Allgemeinheit hilft. Im Gegenteil: Die Tiere verlieren ihre natürliche Scheu, die Bestände wachsen weiter und die bereits bestehenden Schäden nehmen zu.

Für uns als CDU Bergedorf war besonders erfreulich zu erleben, dass ein kontroverses Thema ohne ideologische Grabenkämpfe diskutiert werden kann. Unterschiedliche Meinungen wurden ausgetauscht, Argumente angehört und Erfahrungen geteilt. Genau dies war das Ziel des Formats.

Die Veranstaltung hat gezeigt, dass es in unserer Stadt einen großen Bedarf an sachlichem Austausch gibt. Menschen möchten gehört werden, ihre Erfahrungen einbringen und gemeinsam nach Lösungen suchen.

Wir bedanken uns bei allen Teilnehmern für ihre Offenheit, ihre Fachkenntnisse und die respektvolle Diskussionskultur.

Nach diesem gelungenen Auftakt werden wir die Gesprächsreihe „Reden wir!“ fortsetzen und weitere Themen aufgreifen, die die Menschen in Bergedorf bewegen.

Offen. Ehrlich. Auf Augenhöhe.